Neues Video – Rundbauch-Mandoline

Bau einer Rundbauch-Mandoline

aktuell versuche ich meine erste Rundbauchmandoline zu bauen.
Es geht mir hier vor allem darum, mal die verschiedenen Verfahren zu testen.

Model (Korpus-Rohling)

Als Model hatte ich mir die leichtere Variante ausgesucht.
Vorteile:

  • leichtere Handhabung, denn es ist nicht so schwer wie ein Vollholz-Model
  • leichtere Anpassung an Formänderung, einfachere Korrekturen
  • Halter, Fixierer können an den Brettern des Models befestigt werden

Nachteil:

  • bei einem Vollholzmodel hätte ich an jeder beliebigen Stelle Halter und Fixierer befestigen können und somit die Späne sauberer setzen können
  • Bei einem Vollholzmodel hätte man die Form jedes Spans mittels Durchpauspapier sauber abnehmen können. Ich konnte nur die grobe Form ableiten
  • Wenn man ein Model verwendet sollte man es mehrfach lackieren, so dass kein leim ankleben kann!!! Ich habe 1 Stunde benötigt, um das Model aus dem Korpus wieder herauszulösen.

Fazit: Diese Variante würde ich wieder wählen, würde dann aber an kritischen Stellen noch Leisten in das Model einziehen und nochmals lackieren, so dass kein Leim anklebt

Aufbereiten der Späne

Die Späne habe ich auf einem Biegeeisen per Hand geboten. Ein kurzer Versuch mit Silikonmatte und einer Blechform hatte ich sehr schnell abgebrochen. Da fehlte mir die Geduld.
Später wurden die Späne auf einem großen Eisenhobel soweit notwendig passend abgerichtet und die Kante im richtigen Winkel geschliffen.
Zur Kontrolle wurde ein Spiegel verwendet.

Fazit: Beim nächsten Mal genauso wieder, dann werde ich aber die Späne besser ausarbeiten und passgenau miteinander verleimen und auf den nächträglichen Zierspan verzichten.

Zierspäne

Zierspäne habe ich erst nachträglich eingefügt. Dazu hatte ich jeweils eine Fuge zwischen den Spänen mittels Säge, Schlüsselfeile und kleinen Messern gezogen. Alternativ hätte ich die Späne vollständig durchtrennen und den Zierstreifen aus Furnier dazwischen setzen können. Letzte Alternative, – den Verzicht auf Zierspäne zwischen den Spänen erscheint mir im Nachhinein als wesentlich effizienter. Dazu müßte man die Späne sauberer ausarbeiten und miteinander passgenauer verleimen.

Vorteil meiner Variante:

  • Die Späne und somit der Rohkorpus konnte sehr schnell erstellt werden.

Nachteil:

  • Nachträglich eine kleine, nicht durchgehende Fuge einzufügen ist für mich sehr schwierig gewesen. Die Fuge sollte 3mm breit und ca. 1mm tief werden. Mit meinen Werkzeugen war das so nicht möglich. Eine kleine Schlüsselfeile habe ich so umgeändert, dass ich sie an der Stirn wie einen Hobel verwenden kann. Geigenbauer haben da ihre Adermesser und Adernausheber.

Fazit: Beim nächsten Mal würde ich die Späne sauberer biegen und sauber ohne Spalt Kante auf Kante leimen. Alternativ könnte ich mir einen dünnen Zierspan vorstellen und dann statt einer Fuge direkt einen Schlitz zwischen die Späne sägen.

Hals

Als Hals verwende ich ein abgelagerten Rohling. Der Rohling war zu schmal um kam nicht auf die von mir gewünschte Zielbreite von 31 mm am Nullbund. Kurzerhand habe ich den Rohling einmal durchgesägt und mit einem Palisanderkern aufgedickt. Nun ist er 33,5mm am Nullbund breit und ich kann nach dem Einleimen im Korpus noch auf 31mm zurück arbeiten.

.. ende offen