Mandoline Vincenzo Miroglio & Figli 1926

Hallo zusammen,

eine Mandoline wurde beim Aufräumen eines Dachbodens im Nachbarort gefunden. Leider war Sie ca. 60 Jahre ziwschen Koffern eingequetscht, so dass der Korpus eine ganz schmale Form und die Decke einige Risse erhalten hatte.

Meine Idee war es nun, diese Reste als Neuaufbau einer kleinen Mandoline zu nutzen. Nachdem ich die „deutsche Mandoline“ gebaut hatte, wollte ich mal sehen, ob man einfach durch Übertragung der Deckenbalken auf eine kleine Decke auch ein entsprechendes Klangergebnis erreichen könnte.

Da ich zur Zeit nur runde Rosetten für Schalllöcher hatte, aber auf der anderen Seite möglichst viel Decke zwischen Schalloch und Steg haben wollte, habe ich die Mitte des Schallochs auf die Position des 22. Bundes statt des 24. Bundes gesetzt. Ich wollte das Schalloch auch nicht hinter dem Griffbrett verstecken und habe es daher etwas aus der Mitte herausgezogen. Unter dem Griffbrett gibt es einen durchgehenden Deckenbalken, der für die Stabilität der Decke sorgt.

Den Kopus habe ich über einige Wochen wieder in die fast ursprüngliche Form gezogen, innere Papiereinlagen entfernt und den unteren Klotz vollständig ersetzt.

Die Mensur ist statt 34 nun nur noch mit 33 cm etwas kürzer. Alte rund ummantelte Saiten haben bei gleichem Klang eine scheinbar kürzere schwingenden Länge als Thomastik mit Flachstahlumwicklung. Für diese glatten Saiten muss man den Steg etwas nach unten zum Knick der Decke hin verschieben um sie bundrein einstellen zu können. Bei sehr kleinen Modellen scheitert man hier, denn der Steg würde nun auf dem Knick stehen. … das ist auch ein besonderes Problem bei Mirogli & Figli bei den Modellen um ca. 1950.

Das neue Griffbrett ist in den ersten Lagen gewölbt. Somit konnte ich nach meinem Ermessen einen guten Kompromiss zwischen ganz alten Mandolinen (Dreiecks-HalsProfil) und aktuellen Mandolinen mit besserer Ergonomie schaffen.

Hier ein paar Bilder:

Arbeiten:
– Richten und Neuaufbau des Korpus
– Neue Decke mit Rosette aus Bergfichte
– Neues Griffbrett und Bundieren
– Neue Zierstreifen, Ärmelschoner
– Neue Mechanik von Rubner
– Neuer Saitenhalter
– Neuer Steg
– Thomastik Mittel
Nur Korpus und Hals sind alt

Ob sich das alles gelohnt hat wird sich noch zeigen. .. muss die Mandoline mal Profis in die Hand geben. *-)

 

Kostenlose Noten – 6 Monate seit dem letzten Blog-Eintrag

6 Monate ist mein letzter Blogeintrag schon her. In der Zwischenzeit, was gab es noch??
Es war mit in meiner winzigen Werkstatt zu kalt; nicht mal der Leim wollte richtig abbinden.
Eine kleine alte Filgi hatte ich restauriert, – bin aber immer noch bei der Feinabstimmung. Facebbokfreunde konnten schon Bilder sehen.

Heute bin ich auf Kickstarter auf ein Projekt von John Goodin mit Mandoline gestoßen
http://www.mandotopia.com/deertracks.htm

Man kann sich Noten als PDF herunterladen und direkt auch als MP3 anhören.
Ich habe nur mal kurz reingehört und werde auch nochmal zu Mandoline und Noten greifen.

A great Mandolin-Builder – John Sullivan Video – & Einfluss auf mein Mandolinenprojekt

John Sullivan zeigt zu Anfang, wie die rohen Holzstücke klingen sollten.

Wirklich mal eine besonders Hörerlebnis!

http://www.youtube.com/watch?v=aKJjpE2infY

Wer mal Calace von innen sehen will, findet in den ersten Minuten in diesem Video einige nette Details!

http://www.youtube.com/watch?v=GYNQKNtgjTY

 

Aktuell habe ich bei meiner Mandoline das Problem,..

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Konzert-Tip Mandolinenorchester Hennef-Kurscheid 18. November 2012 um 18:00 Uhr

Sonntag, 18. November 2012 um 18:00 Uhr in der Kirche in Rott
Dambroicher Str. 16, 53773 Hennef-Rott
Weitere Details:

http://www.mandolinenorchester-hennef-kurscheid.de/

Wir, das Mandolinenorchester-Hennef –Kurscheid, möchten Sie in diesem Jahr herzlich dazu einladen, unsere musikalische Reise zu begleiten und dabei unsere neue Dirigentin Marisa Aramayo kennen zu lernen.

Beginnend mit den feurig temperamentvollen Klängen des „Asturias Leyenda“ reisen wir weiter durch das lustig lebendige Irland. Danach lassen wir uns von der mystischen Atmosphäre „Jenseits des Regenbogens“ erfassen, bevor uns das Jugendzupforchester „pizzicato“ unter der Leitung von Eva Pischel frischen Wind in die Segel weht. Weiterhin beschert uns ein Duo die Klänge des italienischen Barock und wir lassen uns von Henry Purcells „Suite from the Fairy Queen“ ins englische Feenreich entführen. Schließlich bekommen Sie einen Eindruck von den vielseitigen Klängen des „Japanischen Herbst“, bevor wir unsere Reise mit dem fulminanten Werk „Danza da Saudade“ von Dieter Kreidler ausklingen lassen.

Aus einer Gitarrenlaute wurde ein Mandoloncello – Bautagebuch

Meine Mandoline ist zu 99% fertig, das Feintuning fehlt noch. Wenn es soweit ist, werde ich auch ein paar Hörproben hier posten.
Mein Ziel, mehr über Mandolinen, Musik  und den Mandolinenbau zu publizieren komme ich so langsam etwas näher. Wie man an meiner Mandoline und Mandola sehen kann, muss man das Handwerk nicht unbedingt erlernt haben um sich ein einfaches Instrument zu bauen –  man könnte auch sagen, dass es einfach Glück war. Aber mit dem Hobby bin ich nicht alleine. Sogar schon im Pre-Internet-Zeitalter, in dem es viel schwieriger war,  an all die Informationen zu gelangen, wurden Mandolinen von Laien gebaut.

Aus dem Nachlass von Friedrich Kroeber, der leider Anfang des Jahres (2012) verstorben ist, konnte ich einige Bautagebücher übernehmen.

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Vorsicht vor umgebauten CALACE-Mandolinen

Auch Calace hat unterschiedliche Produktlinien geführt. Einfachere Mandolinen für das Orchester mit einem Griffbrett, das nicht ins Schalloch reinreicht und Solisten-Instrumente, die ein Griffbrett hatten, die das Schalloch überdecken und besondere Griffbretteinlagen haben.

Ich konnte vor einigen Wochen eine alte Calace-Mandoline im Aachener Raum entdecken, an der man diese Merkmale nachträglich umgemodelt hat, um dann beim Verkauf einen höheren Preis zu erreichen. Aus dem Orchestermodell hatte man ein Solistenmodell gemacht. Den Umbau erkennt man ggf. an einem zu hoch gesetzten neuen Griffbrett. Scheinbar haben die „Umbauer“ nur eine Lehre für Griffbretter mit einer Mensur die ca. 33cm lang ist. Dadurch wandert der Sattel 1-2 cm in Richtung Mechanik und über den Knick Hals-Kopf hinaus, was durch zusätzliches Furnier kaschiert wurde. Der Steg wandert ein paar Millimeter weiter zum Knick in der Decke, so dass das Instrument nun schlechter spielbar und sicher auch durch die falsche Stegposition schlechter klingen wird.

Der Sattel steht normalerweise direkt über dem Knick zwischen Hals und Kopf, den man bei Calace sauber am wechselnden Furnier und auf der Kopfseite aufgesetzten helleren Holzstück erkennen kann. Dieses Holzstück hatte aber seine alte Position behalten und lag nun unterhalb des ersten Bundes, also viel zu tief.

Zusätzliches Perlmutt als Griffbretteinlage ist als zweiter Indikator für Solisteninstrumente eingesetzt worden. Seitlich befinden sich aber noch die alten Augen.

Hier ein Bild einer Original-Calace, bei der das Griffbrett original ist!

 

Ich fände es besser, wenn Restauratoren einem Ehrencodex folgen.

Sobald ich die Mensur für alte Calace-Mandolinen herausgefunden habe, werde ich sie hier noch zum Vergleich aufführen.

Bilder von Calace-Mandolinen findet man weiterhin unter Google, so dass ein Vergleich möglich sein sollte.

 

Es gibt natürlich auch Instrumentenbauer, die den Korpus bzw. nur die Muschel einer alten Mandoline weiter verwerten und ein neues Orchester- oder Schülerinstrument darauf aufbauen. Diese Möglichkeit der Verwertung alter Ressourcen finde ich wesentlich besser als ein Ummodeln zu einem anderen Modelltyp oder eine Umwidmung zum Dekorationsstück.