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Mandola selber bauen, – fertig

Meine Mandola ist mit Anfang der Sommerferien fertig geworden.

(Bildergallerie)
Die Endarbeiten waren, – Schellackpolitur (2 Wochen) und Montage der Mechanik, Saiten aufspannen und abwarten. Ich dachte, das Instrument würde sich noch etwas richten und habe erstmal den Steg und Sattel nur minimal bearbeitet, so dass die Saitenlage erstmal viel zu hoch war. Nach einer Woche habe ich dann die Saitenlage herunter gezogen. Einige Bünde (10,11,12) waren nicht sauber, also musste der 13. Bund herunter gezogen werden, denn er stand etwas zu hoch. Der Bund war nicht tief genug eingepresst, .. also nochmal nachpressen und nachfeilen.
Bünde polieren… und Saiten wieder drauf. Das Abrichten hat dann nochmal einen Abend gekostet, denn jedesmal werden die Saiten entspannt, .. dann ist auch der Saitenhalter lose und nach dem Abrichten einzelner Bünde werden die Saiten wieder richtig in Stimmung gebracht und getestet, ob die Maßnahme Erfolg hatte.

Fertige Mandola
Nun spiele ich schon seit einer Woche sehr viel auf der Mandola und habe mich auch an den etwas größeren Winkel des Halses gewöhnt. – bei den meisten Mandolen liegt das Griffbrett direkt auf der Decke auf und der Steg ist relativ niedrig. Ich benötige bei solchen Mandolen immer ein riesiges Schlagbrett, denn ich will auf dem Instrument auch mal “reinhauen” können und komme dann schonmal mit dem Plektrum an die empfindliche Decke. Wenn der Saitenwinkel über dem Steg zu klein ist, heben die Saiten ab einer bestimmten Anschlagstärke auch ab und rutschen schlimmstenfalls aus den Kerben raus. .. all das wird bei meiner Mandola nicht passieren. Der Winkel der Saiten ist zwar groß, die Höhe des Stegs beträgt ca. 24mm statt 14-20mm und somit komme ich sicher nicht mit dem Plektrum auf die Decke. Ein Schlagbrett konnte ich mir so ersparen.
Ich hatte etwas befürchtet, dass der Ton bzw. Sustain darunter leiden würde, – ist nicht der Fall. Die Mandola klingt sehr lange nach. Die Bilder zur fertigen Mandola findet man in der Gallerie.

Kommentare, Fragen und Antworten zum fertigen Instrument

Kommentar meiner Frau: … man sieht ja garnicht, dass die Mandola selbst gebaut ist
Kommentar von Hubert Stoffels:… gut gelungen!
Kommentar meiner Nachbarn: sieht ja super aus, will ich lieber nicht anfassen…

Warum ist der Saitenabstand der Doppelsaiten so groß?
Den Abstand der Saiten habe ich möglichst 1:1 von einer Seiffert-Mandola übernommen.

Wird es das Instrument in Serie geben?
Nein, ich hab schon einen Job und mache das nur als Hobby

Wieviel Geld hat die Mandola gekostet?
Schwer zu sagen, denn ich habe viele Halterungen und Formen dazu zu hause selbst gebaut. Würde ich das Instrument bei Felix Reuter heute nochmal in 2 “Semestern” bauen, müßte ich mit mindestens ca. 800 – 1000 Euro (ca. 250 – 350 € Material) rechnen.
Wie schnell man fertig wird, liegt an der Ausführung der Mandola und dem eigenen Geschick.
.. ich komme aus der IT und habe keine Schreinerlehre vorher absolviert…. soviel zu dem Thema.

Bauzeit/Aufwand: November 2010 bis Juli 2011, ca. 4 Stunden je Woche

Wie funktioniert die Schellack-Politur?
Eigentlich ganz einfach, – ich glaube, dass man es aber nur schwer erklären kann.
Erstmal wird eine dünne Schellackschicht auf dem Instrument mitttels polieren aufgebracht. Schellack ist in Alkohol gelöst und beim polieren verfliegt der Alkohol – änlich wie reinigen der Fenster mit Fensterreiniger sieht man kurz eine feuchte Bahn hinter dem Polierballen, die sehr schnell verfliegt. Später nimmt man etwas Parafinöl hinzu und ggf. Bimsmehl und erhält eine glänzende Oberfläche.
Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt, … Bei Felix Reuter kann man es aber schnell lernen. Er hilft auch Leuten, die keine Mandola oder Gitarre polieren möchten! :-)

 

 

Falls jemand die Mandola nachbaut, – schickt bitte mal ein paar Bilder!

Vielen Dank an Felix Reuter mit seiner Unterstützung und Werkstatt!!
P.S.: Ab September(2011)  ist Felix Reuter wieder in seiner Werkstatt.

Bilder zur Mandola gibt es auch auf der Webseite von Felix Reuter

Allen wünsche ich schöne Ferien!

 

 

hier noch..

Die technischen Daten der Mandola:

Bauart: Mandola, portugisisch, Nachbau einer Seiffert Mandola von Elke Limbach, spanischer Halsfuß, 21 Bünde
Mensur: 46 cm (23cm 12.Bund), Kompensation E-Saite: 4mm, G-Saite 7mm)
Gesamtlänge: 76,5 cm
Griffbrett: Palisander
Korpusdicke: Am Halsfuß 85mm, am Saitenhalter 90mm
Saiten: Thomastik weich
Sattelbreite 40mm, äußerste Saiten haben einen Abstand von 34mm
Mechanik: Rubner Mandola, Messing ohne Gravur
Saitenhalter: von Dofra als Ersatzteil erhalten
Zargen: Walnuss
Decke: Fichte (alte Decke, sehr lange abgelagert mit Flecken)
Zierstreifen: von Karin Rost bzw. um eigene Zierlagen erweitert
Bünde: Sintoms Nickel Silber Bundstäben 2mm extra hart (ein Set mit 12 Stück á 130mm reicht für eine Mandola bis 24 Bünde)
Hals: Honduras Mahagoni (alt)

 

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