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Aus einer alten Westerngitarre wird ein Mandoloncello

Gitarre zu Mandoloncello – Umbau

Auf Youtube hatte ich schon 2 Gitarren gesehen, die zu einem Mandoloncello umgebaut wurden. Nun wollte ich es auch einmal versuchen. Als Basis sollte eine möglichst preiswerte Gitarre mit Stahlsaiten dienen. .. Thomann und Musicstore bieten Gitarren schon ab ca. 60 Euro an, die als Basis hätten dienen können. Mein Arbeitskollege hatte zu hause noch eine alte Jack & Danny an der Wand hängen. Er brauchte sie nicht mehr und hat sie mir gegen einen kleinen Obolus überlassen. Die Gitarre ist vom Hersteller aus schwarz lackiert daher gekommen, der Preamp für den Piezo-Pickup hatte mein Kollege schon entsorgt. … also ein Loch in der Zarge.

Risiko, … jeder haftet selbst …

 

Material:

  • alte oder preiswerte Westerngitarre (max 100 Euro)
  • etwas Furnier (Din A4)
  • Leim (TiteBond) oder Kleber
  • 6 Dübel 6mm
  • 6 Dübel 10mm (oder Rundholz, Buche!)
  • Sattelknochen-Rohling (4-5 Euro)
  • 2 zusätzliche Saiten-Pins (Gitarrenladen oder ebay) max. 6 Euro
  • Mechanik, 8 Saiten, 2×4 Saiten, ebay, Magic Guitar Parts mgp für ca. 17 Euro oder bessere von Rubner mit Abstand für Mandola ca. 60 Euro
  • ggf. ein neuer Steg-Rohling
  • Optional, Führungshülsen für Mechanik
  • 1 Satz Saiten für Mandoloncello (D´addario, ca. 14 Euro)
  • 8 Schrauben mit Mutter M3 (3mm)

Werkzeug:

  • 1 Satz kleine Schlüsselfeilen
  • 4-10 Zwingen mit Plastikschutz oder Unterleg-Hölzern
  • Bohrmaschine mit Ständer
  • Bohrer, passend für Saiten-Pins und für Mechanik
  • Kreuzschraubendreher für Mechanik
  • Geodreieck
  • Spitzer Bleistift
  • Schleifmaschine (Exenterschleifer) mit 240er Schleifpapier

Erster Schritt: (Freitag)

  • Prüfen, ob der Halsstab noch funktional ist und sich der Hals wirklich noch eignet. .. er sollte schon noch gerade sein!
  • Saiten entfernen, Mechaniken ausbauen.
  • Vorhandene Löcher in üblichen Dübelstärken aufbohren. (6mm für die Saiten-Pins, 10mm für die Mechaniken)
  • Dübel mit TiteBond einleimen
  • Steg und Sattel entfernen, ggf. ausgebrochene Reste entfernen

zweiter Schritt: (Samstag)

  • überstehende Dübelreste mittels dünner Japansäge absägen
  • Kopfplatte und Steg schleifen
  • Steg und Kopfplatte mit Furnier optisch wieder herrichten, .. besser 2 Zwingen mehr anbringen als eine zu wenig.

dritter Schritt: (Sonntag)

  • Furnier schleifen, ggf. lose Stellen mit “UHU hart” oder Sekundenkleber fixieren
  • Löcher für Mechanik aufzeichnen, mit Ständerbohrmaschine bohren und Passung prüfen!  Die Mechanik sollte leicht einzubauen sein!
  • Optional die Senkung für Führungshülsen bohren. Die Führungshülsen für lassen sich mit einer besseren Zwingen ganz präzise und ohne Kraftaufwand einpressen!
  • Mechanik montieren.
  • Neuen Sattel einpassen und Saitenführungen mit der leicht gebogenen Schlüsselfeile oder einer Sattelfeile feilen.
  • … die Führung sollte man so feilen, dass der Zug der Saiten immer gegen eine Senkrechte Wand am Sattelknochen anliegt. … ich mach da noch eine Zeichnung…
  • Neue Löcher für die Saitenpins bohren, die Lage und der Abstand sollte dem späteren Saitenabstand entsprechen! Andernfalls muss der Steg nachsträglich geändert werden!
  • Führung für die Saiten in die Löcher feilen, so dass auch die dicken Saiten mit einem Gurtpin gesichert werden können. Nicht die Saitenpins aufweiten oder schleifen!!
  • Saiten einführen und Löcher so bearbeiten, dass die Pins bis zum Anschlag eingeführt werden können.
  • Saiten mit Ballend aufziehen, – oder wie in meinem Fall, Saiten mit Loop-End verwenden. Saiten einmal mit der Schlaufe einführen und am Schallloch wieder etwas hearausziehen. In die Schlaufe steckt man einfach eine 3mm Schraube und zieht sie mit einer Mutter fest. dann zieht man due Saite wieder am Steg bis zum Anschlag an und steckt den Saiten-Pin rein.
  • Steg mit einem Stück Holz (einige Lagen Furnier, oder ein dünnes Stück Metall oder Draht)  höher legen und Führungen für die Saiten feilen
    • ich hatte bei diesem, meinem ersten Versuch, die Gurtpins nicht im richtigen Abstand platziert, daher diese zusätzliche Arbeit.
  • Saiten richtig aufziehen und stimmen
  • Halsstab korrigieren
  • Stimmen
  • Stimmung C – G – D – A

das hab ich abweichend von dieser Anleitung gemacht:

  • Die Saitenpins hatte ich auf dem sehr kleinen Steg nicht passend zum Saitenabstand verteilt
  • Die Decke habe ich vollständig abgeschliffen und dann einfach mit Schellack-Politur zum Glänzen gebracht

Sound?

… der Hals ist nicht optimal, und so schnarrt es des öfteren. Die Saitenlage muss auf Grund der Schwingungen auch recht hoch bleiben. … werde mal Soundbeispiele einspielen und hier als Update anhängen.

Den noch vorhandenen Piezo habe ich entsorgt. Irgendwann will ich mal einen Bass-PU von einem E-Bass testen.

 

Hier einige Bilder:

Mandoloncello

Decke, vom Hersteller schwarz lackiert. Ich wollte natürlich wissen, ob da bei diesem Preis auch Holz drunter ist

Neuer Steg mit 4 alten und 4 neuen Saitenpins

neue Kopfplatte mit Führungshülsen

Einfache Mechanik für Mandola, 25mm Lochabstand

Wenn der Lack ab ist, sieht es direkt viel besser aus. .. Fertig

hätte ich die Löcher für die Saitenpings nur im richtigen Abstand gesetzt. Nun ist die Optik hin und auch ein neuer Steg war nötig.

Innenansicht, wenn man sich das Geld für Ball-End-Strings sparen will, werden eben Muttern durch das Schalloch montiert. .. beim Saitenwechsel nicht vergessen!!

 

..  noch offen:

Öffnung für den alten Preamp verschließen, Pickup

 

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