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Aus einer Gitarrenlaute wurde ein Mandoloncello – Bautagebuch

Meine Mandoline ist zu 99% fertig, das Feintuning fehlt noch. Wenn es soweit ist, werde ich auch ein paar Hörproben hier posten.
Mein Ziel, mehr über Mandolinen, Musik  und den Mandolinenbau zu publizieren komme ich so langsam etwas näher. Wie man an meiner Mandoline und Mandola sehen kann, muss man das Handwerk nicht unbedingt erlernt haben um sich ein einfaches Instrument zu bauen –  man könnte auch sagen, dass es einfach Glück war. Aber mit dem Hobby bin ich nicht alleine. Sogar schon im Pre-Internet-Zeitalter, in dem es viel schwieriger war,  an all die Informationen zu gelangen, wurden Mandolinen von Laien gebaut.

Aus dem Nachlass von Friedrich Kroeber, der leider Anfang des Jahres (2012) verstorben ist, konnte ich einige Bautagebücher übernehmen.

Friedrich Kroeber hatte verschiedenste Modelle gebaut und alles sehr genau dokumentiert, so dass ich hier die  Dokumente schrittweise zur Verfügung stellen kann. In Einzelfällen werde ich Namen von mir unbekannten Personen ausgrauen und mich auf die technischen Aspekte beschränken.

Die Reparatur von Mandolinen von Friedrich Kroeber können auch andere Instrumentenbauer wie z.B. Felix Reuter in Köln übernehmen.

Hier das Bautagebuch zu einem Mandoloncello. Als Ausgangsbasis hatte Friedrich Kröber den Korpus einer Gitarrenlaute (ca. 1900 – 1920) verwendet und umgebaut. Das Instrument hatte einen sehr weichen klang und war sehr gut spieltbar. 2010 hatte ich die Chance kurz auf dem Instrument zu spielen. Aus meiner Sicht eine hervorragende Interpretation einer Mandola. Intern wurde sie im Bauch durch 2 Streben stabilisiert, so dass die Decke dünner ausgeführt werden konnte. Diese Technik hatte er von der “Deutschen Rundbauchmandoline” übernommen und weiterentwickelt.


Im Schalloch kann man die Streben zwischen Halsfuß und dem Korpusklotz am Saitenhalter erkennen.

Es handelt sich dabei um 2 Streben, die hintereinander liegen bzw. am Sockelklotz wie ein Y – zusammenlaufen. Der Saitenzug auf die Decke wird hierdurch stark kompensiert und die Decke kann leichter konstruiert werden.
Diese Verstrebungsart kennt man aus Patenten zur “Deutschen Rundbauchmandoline” bzw. in stark vereinfachter Form auch in Banjos.

 

Der Korpus erschien ihm zu flach zu sein. Um mehr Volumen und einen besseren Winkel für die innere Verstrebung zu erhalten hat er die Zarge nochmal mit einem 3-4cm breiten Streifen aufgedickt bzw. hochgezogen.

Von Hause aus war er Werkzeugmacher und Feinmechaniker. Die hohe Präzision war ihm also schon durch den Beruf gegeben.

 

Das Handbuch habe ich so gesplittet, dass die Dateigröße möglichst je unter 5 MByte liegt.

1_Mandoloncello , 3_Mandoloncello , 8_Mandoloncello , 12_Mandoloncello , 14_Mandoloncello, 16_Mandoloncello

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