September 2017
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Tips zum Verkauf einer Mandoline

Hier ein paar Tips, wie man die Mandoline besser an den Mann oder Frau bringen kann:

  1. Korrekte Bezeichnung des Instruments und Mensur:
    Bezeichnungen wie “kleine Gitarre, Mandoline, Mandola, Bouzouki mit 12 Saiten” ist einfach falsch.
    Wenn man sich nich sicher ist, ob es sich um eine Mandoline handelt, kann man bei mir oder anderen Mandolinen-Freunden nachfragen.
    Man sollte die Mensur, also Länge der klingenden Saite angeben. Dazu misst man den Abstand vom Sattel (oben am Hals, wo die Saiten aufliegen) bis zum 12. Bundstäbchen. Manchmal kommt nach dem Sattel direkt ein etwas dickeres Bundstäbchen, … dann misst man von diesem Bundstäbchen bis zum 12. Bund. Den Abstand multipliziert man mit 2 und hat die Angabe für die Mensur. Die Mensur einer Mandoline liegt zwischen ca. 30 und ca. 37 cm.
    Die Mensur einer Mandola liegt zwischen ca. 42 bis 46 cm.
    Eine längere Mensur einer Mandola wie z.B. 52cm sollte man deutlich angeben!
    Hat das Instrument 8 Saiten, .. dann hat man eine Mandola oder Mandoline, bei 12 Saiten, in 4 Gruppen zu je 3 Saiten hat man eine Mandriola.
    Es gibt auch einige Mandolinen aus Brasilien, die 10 Saiten bzw. 5 Saitenpaare haben, … die sollte man als “Bandolim/Mandoline aus Brasilien mit 10 Saiten” angeben. .. die Mensur sollte der einer Mandoline entsprechen!! .. sonst ist es ein anderes Instrument!
    Alte Mandolinen mit einem Rundbrauch und nur 4 oder 5 einzelnen Saiten werden als Cremonische Mandoline bezeichnet. Weitere Hinweise zu Modellen findet man auch unter www.mandoline.de
  2. Wie sieht der Bauch aus?
    Man kann zwar prinzipiell auf allen Mandolinen alles spielen, für bestimmte Musikstile gibt es auch spezielle Mandolinen.
    Daher ist ein Bild von der Seite, von Vorn  und von Hinten obligatorisch.
    Digitalkamera auf Stativ oder Buchstapel setzen und ein scharfes Photo mittels Timer auslösen… damit man nicht mit den Fingern verwackeln kann!!
  3. Wer hat auf dem Instrument gespielt?
    Wenn hier steht, dass das Instrument in einem bekannten Orchester gespielt wurde, ist das ggf. für jemanden, der auch mit dem Instrument im Verein spielen möchte wichtiger als das Großvater früher der Oma damit Ständchen gespielt hat.
  4. Wie war das Instrument in den letzten jahren gelagert?
    … im Kleiderschrank unten unter den Pullovern? Einen wirklich guten Rat kann ich hier auch nicht geben. Wenn ein Instrument aktiv im Verin oder Orchester genutzt wurde, ist mir persönlich die Lagerung eher egal als bei alten nicht genutzten Instrumenten.
  5. Risse? Oder Lackschädern?
    Fasst alle Mandolinen habe eine Decke, die aus 2 Teilen zusammengeleimt ist. Diese mittige Stoßkante sieht man meistens mittig durch das Instrument verlaufen. Zusätzliche Risse sollten nicht im Instrument vorhanden sein.
    Die Importmodelle mit einem runden Bauch aus wärmeren oder feuchteren Gegenden wie alte Suzuki oder Ibanez-Mandolinen neigen bei trockener Raumluft im Bereich der Zierstreifen ggf. zu reißen. .. muss nicht, kann aber sein.
    Reparaturen sind anzugeben! Bitte angeben, wer die Mandoline repariert hat! Rechnung von der Reperatur vorhanden?
  6. Hersteller?
    Wenn in der Mandoline ein Schild oder ein Brandstempel vorhanden ist, sollte man diese Herstellerbezeichnung richtig angeben! … blöd wenn man eine gute Embergher als  Emberger anbietet. Manche Sammler suchen bei ebay mittels Robotern nach den richtigen Sammelstücken!
  7. Saiten?
    Angenommen ihre Mandoline ist angeblich in den letzten Jahren in einem Mandolinenorchester gespielt worden – und auf den Bildern sind nur 3 von 8 Saiten zu sehen? – das passt nicht! Auf Orchesterinstrumenten sind im besten Fall Thomastik-Infeld Mandolinensaiten aufgezogen. Diese Saiten sind geschliffen und haben an den Enden eine schwarze, rote oder gelbe Saitenumwicklung.
    Manchmal sind die hohen Saiten am Ende grün umwickelt, dann sind das Hannabach-Saiten.
    Sind Thomastik saiten aufgezogen, sollte man das angeben. Ein neuer Satz Saiten kostet auch mehr als 35 Euro.
    Auf einer Mandoline mit flachem Bauch sind Saiten in der Regel nicht geschliffen.
    Hier kann man ggf. angeben, dass man gerade neue Saiten aufgezogen hat, – natürlich nur, wenns stimmt.
  8. Mechanik?
    Bei alten Mandolinen hat man ggf. das Problem, dass Flügelknöpfe verloren gegangen sind, Flügel verbogen sind oder die Mechanik nicht mehr gängig ist. In dem Moment in dem man ggf. fehlende Saiten aufzieht, kontrolliert und schmiert man auch schnell mal die Mechanik.
    Die Mechanik kann man auch direkt austauschen, sofern dadurch eine  relevante Wertsteigerung möglich ist. Preiswerte und gute Mandolinenmechaniken gibt es bei ebay von “Magic Guitar Parts”. Hier sind dann auch die Abstände zwischen den Wellen der Mechanik angegeben. Bei der Auswahl einer neuen Mechanik ist auf den Wellenabstand, und Bauform der Wellen “zylindrisch” oder mit Kerbe zu achten. Zylindrische Wellen sind für Mandolinen mit “Fensterkopf” oder “Embergher-Kopf”. Wellen, die eine Kerbe enthalten sind für Mandolinen mit einem flachen Kopf zu verwenden. Bessere Machniken gibt es von Rubner und Schallter auf Bestellung.
    Sehr schwierig sind die Saitenhalter aus poliertem Messing zu bekommen. Hier lohnt es sich eher den vorhandenen Saitenhalter mal aufzupolieren.
    Auf dem freien Markt werden vornehmlich Saitenhalter aus Blech angeboten.
  9. Zubehör?
    Nützlich sind immer Koffer. Eine alte labbrige Kunstledertasche würde ich nichtmal erwähnen!
    Koffer für Bauchmandolinen kosten ab ca. 90 Euro von Rockcase. Koffer für Mandolen mit Rundbauch, wie z.B. eine Suzuki MD4 sind wesentlich teurer und steigern somit den Wert des Instruments.

… und dann noch etwas:  “Mandoline Antik” …. hallo??? ob es in der Antike Mandolinen gab bezweifle ich mal!
Schreibt bitte “Mandoline Antiquität”, – und schon weiß man, dass es sich eher um ein Dekorationsobjekt statt einer nutzbaren Mandoline handelt.